Eine Ergänzung zum vorigen Beitrag. Eine von MOs Bildkoppelungen, ein kleines visuelles Narrativ zu ‚Sexiness‘.

Das linke Bild stammt aus einem Behandlungsraum meines Zahnarzts und ist Teil einer alten ODOL-Werbung. Das rechte aus einem Museum in Edinborough, das war vor der Bildbearbeitung das simple Foto einer Wachsfigur, vielleicht aus dem Kontext der Queen Mary – leider habe ich die Daten nicht fotografiert. Beide zusammen ergeben aber a) eine hübsche Allegorie der Vergänglichkeit und b) der Fiktionalisierbarkeit der Wirklichkeit. Die Geschichte zwischen den beiden Bildern musst du, lieber Besucher unseres Foto-Blogs, dir aber selbst herstellen. Von welcher Meta-Ebene aus du das machst, ist deine Entscheidung :). Ach, meint das vielleicht der Begriff ‚allegories of the visible‘ der Phototriennale Hamburg 2022?

Allegories of the Visible | Triennial of Photography (phototriennale.de)

Der Lockruf der Lust mit reinem Atem plus schmallipige Verbitterung verblühter Weiblichkeit? Ach, das Leben eben.

Ein Beitrag zum Valentinstag – und zur 8. Phototriennale Hamburg ‚expanded‘ von MO

Visual Flooding.

Das Thema der 8. Phototriennale Hamburg ist CURRENCY: „Allegories of the Visible extends the conceptual, theoretical, and critical orientations of “Currency” through a constellation of ideas on the mediatory status of the image and its strategic possibilities for knowledge.

Dazu sind einige Beiträge von MO gestaltet worden. Unabhängig davon, ob diese Beiträge irgendwo im Rahmen der Triennale veröffentlicht werden oder nicht, gibt es hier eine kleine Auswahl auf dieser fast unsichtbaren Website.

Das Konzept dahinter lässt sich ganz knapp zusammenfassen. ‚Currency‘ sehe ich als geniales Thema für die Phase der digitalen Revolution, in der Fotografie durch die gigantische Menge fotografierender Produzenten und Fotografie rezipierender Konsumenten vielleicht nicht entwertet wird, aber einen grundlegenden Wandel erfährt. Das einzelne Foto ist wie ein Sandkorn, aber der Sandsturm der Bilder setzt viel mehr visuelle Energie frei als die analoge Fotografie in den Zeiten der Printmedien.

Sichtbar wird diese Überflutung, das ‚Visual Flooding‘, nicht nur auf den Milliarden privater Festplatten, sondern auch in den Suchmaschinen des Internet. Das möchte ich mit ein paar Zusammenstellungen ein bisschen deutlich machen. Bei der Bildersuche ist die Zusammensetzung der Fotografien zu einem Begriff an keinem Tag genauso wie an dem davor oder danach. Sie ist in einer Sprache verschieden vom Ergebnis in einer anderen. Sie hängt vom Browser ab und vom Standort und vom ‚device‘, dem verwendeten Gerät. Aber immer ist die Flut der Bilder mächtig – sie kann Klarheit genauso wie Ein-Bildung produzieren; in ihrem Genpool steckt immer Manipulation neben Erkenntnis und Verachtung neben Entzückung.

Valentinstag: ein neumodischer Trigger im kapitalistischen Getriebe. Liebe ist schwierig zu fotografieren. Viel einfacher und verlockender ist aber so etwas wie Sexiness. Der Begriff ist offenbar nicht in alle Sprachen zu übersetzen, aber dann durch ’sexy‘ zu ersetzen.

Ausstellen 2022 – Für wen?

Wir haben es unter Corona-Bedingungen dreimal versucht. Wie bei allen Künstlern ist es nicht so einfach, Besucher zu bekommen, Rückmeldung, Kontakt, ein Echo zu erhalten. Das erste Mal, Thema Corona, mit dem Titel VOM VOLLEN INS LEERE, waren die Umstände schwierig: Hängung direkt hinter der Verglasung, denn Besucher durften nicht in die Räume, sondern nur von außen vor den Scheiben stehen. Die Sonne schien: Von Fotos war fast nichts zu sehen.

Das zweite Mal mit HEUTE HIER MORGEN DORT waren die Räume im Forum Alstertal hervorragend, geradezu begeisternd. Aber der Besucherfluss war, wenn überhaupt, nur ein dünnes Rinnsal.

Nicht alles, was glänzt, wird dann auch zu Gold. Die Wirklichkeit hat uns runtergeholt.

Und diesmal, mit dem wagemutigen Thema WANDSBEK – IM LICHT? Da hatten wir von vornherein einen selbstironisch gefärbten Pessimismus ausgedrückt, indem wir in eine Vitrine eine kleine Danksagung an F. K. Waechter gelegt haben.

Diese wunderbare Zeichnung! Ach wie treffend auch für Fotografen usw. mit ihren Ausstellungen.
Und dann kam der NDR vorbei und guckte und schenkte uns 30 Sekunden im HAMBURG JOURNAL. Das fanden wir toll.

Wir stellen wieder aus.

Die dritte Ausstellung von MoTo ‚unter Corona‘, diesmal im Bezirksamt Wandsbek, Schloßstr. 60, vom 31.01. – 25.02.2022. Hier zuerst eine kleine Auswahl von 6 Bildern aus 30 ausgestellten. Es lohnt sich für dich zu kommen, wenn du im Bezirk Wandsbek zu Hause bist, oder wenn du dort zu Hause sein möchtest, dort arbeitest, oder wenn du einfach sehen willst, was sich aus Wandsbek machen lässt, wenn man den Blick ein wenig schärft.

VOM VOLLEN INS LEERE.

Ausstellung unter und zu Corona in Hamburg im Bürgerhaus Barmbek. MoTo versucht, unter Coronabedingungen ein bisschen von dem Verlust an ‚Fülle‘ sichtbar zu machen, den Corona verursacht. Wir hängen in Bilderpaaren auf, was in der Gegenüberstellung deutlich macht: Oh Mann. Das Leben ist ziemlich leer geworden in der Stadt.

Die Fotos hängen direkt hinter der Verglasung des Bürgerhauses – hinein darf man nicht. Aber besser als nichts – als nicht auszustellen – ist das trotzdem.

This function has been disabled for MOTO FOTOGRAFIE.